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Fernsehspiele


Szene Fernsehspiel "Die Nachtglocke"
Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Was ist ein Fernsehspiel?

 

Ursprünglich ist das Fernsehspiel als eine Form des Theaters, welche für die Ausstrahlung im Fernsehen bestimmt ist, definiert gewesen. In der heutigen Zeit lässt sich dieser Begriff für verfilmte Theaterstücke oder auch für andere Sendeformen, wie z.B. dem dokumentarischen Fernsehspiel verwenden.

 

Anfänge im Nationalsozialismus

 

Der Begriff "Fernsehspiel" dient bereits während des nationalsozialistischen Fernsehens als Bezeichnung szenisch-fiktionaler Sendungen, daher liegt der Beginn des Fernsehspiels in Deutschland auch in der Zeit des Nationalsozialismus und des NS-Fernsehens, das von 1935 bis 1943 als ein regelmäßig ausgestrahltes Programm auch Fernsehspiele enthält. Gerhard Eckert gebraucht ihn 1939 in seiner Broschüre "Hörspiel und Schallfilm" als feststehenden Begriff. 

 

Fernsehspiele auf der ganzen Welt

 

Das Fernsehspiel ist jedoch keine spezifisch deutsche Angelegenheit. Es gehört auch in anderen nationalen Fernsehsystemen zu den selbstverständlichen Programmbestandteilen. Für die USA beschreibt dies ausführlich William Hawes, für Großbritannien George W. Brandt und John Tulloch. Eine direkte Verbindung zu den Anfängen des Fernsehspiels in den anderen Ländern gibt es jedoch nicht, ebensowenig, bedingt durch die politischen Verhältnisse, einen Austausch.

 

Der Einstieg in das Fernsehspiel erfolgt in den 1950er Jahren über das Hörspiel, wenn es sich denn nicht um ausgewiesene Adaptionen der klassischen Theaterliteraturen oder epischer Erzählwerke handelt. 

 

Formen des Fernsehspiels

 

Ein Fernsehspiel kann in folgenden Formen gesendet werden: als Einzelsendung, Mehrteiler, Reihe oder Serie. Es soll als eine ästhetisch verdichtete Form von Welterklärung betrachtet werden, weniger als Widerspruch gegen das Unrecht der Realität sowie als eine Versöhnung mit den Widrigkeiten der Wirklichkeit.   

 

Besonderheiten des Fernsehspiels

 

Das eigentlich Besondere des Fernsehspiels liegt nicht so sehr darin, ob es eine bereits bekannte und in anderen Medien gespielte oder publizierte literarische Vorlage benutzt, sondern in der Eigenheit seiner Inszenierungsweise. Denn natürlich entspricht das studiogebundene Livespiel, welches in der ersten Hälfte der 50er Jahre als einzige Produktionsform zur Verfügung steht, den Anforderungen an eine eigenständige Kunstform. Live-Spiel bedeutet, dass das Stück wie im Theater vom Anfang bis zum Ende durchgespielt wird. Die Zuschauer sehen das Spiel zu Hause in dem Augenblick, in dem es im Studio stattfindet und über die Sendeanlagen übertragen wird. Dies unterscheidet die Spielweise von der des Films.

Die Fernsehspieldramaturgen und -theoretiker sehen in den 50er Jahren diese Besonderheit des Fernsehspiels vor allem in der Langsamkeit der Spielweisen, der Bildwechsel, in der Gebundenheit an einen einheitlichen Spielort und an der  durchgehenden Spielzeit.