Münzfernsehgeräte als Alternative


Der Besitz eines Fernsehgerätes bedeutet damals eine gewisse Form von Prestige. Alternativ zum Kauf eines Gerätes kann man allerdings auch Münz-Fernseher mieten.

Der Besitz

1953 wurden Fernseher oft nur gemietet. Quelle: Staatsarchiv Hamburg
1953 wurden Fernseher oft nur gemietet. Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Der Besitz des Neuen und Außergewöhnlichen ist mit Stolz verbunden. Das Fernsehen ist vor allem ein von den Männern favorisiertes Medium. So wie sie sich in der Regel innerhalb der Haushalte für die Technik zuständig fühlen, so setzen sie die Anschaffung eines Fernsehgerätes oft noch vor der Ausstattung des Haushalts mit einer Waschmaschine durch. Das Fernsehgerät ist in den 1950er Jahren ein sehr anspruchsvolles Gerät und braucht viel Geduld. Die Einstellung der Sender mit nur zwei bis drei Knöpfen dauert sehr lange.

Fernsehgeräte für viele unerschwinglich

In den 1950er Jahren kann sich nicht jeder ein Fernseher leisten. Im Jahr 1953 kostet ein Gerät zwischen 1000 und 4000 DM für unterschiedlich ausgestattete Fernsehprodukte: Vom einfachen Tischgerät bis zur sogenannten Luxustruhe mit Radio, Plattenspieler und Hausbar. Über 80 Prozent der Bevölkerung verdienen jedoch nicht mehr als 400 DM im Monat, viele können sich ein Gerät nur durch Ratenzahlung bzw. einen Kredit leisten.

Münzfernsehgeräte als Alternative

Es gibt aber eine Möglichkeit, ein Münzenfernsehgerät zu mieten. Der Apparat zeigt nur dann Programme an, wenn man Geld hinein wirft. Die Familien, die sich so ein Gerät zulegen, welche in Radio- und Fernsehläden erhältlich sind, müssen einen Mindestumsatz machen. Wenn die monatliche Entleerung des Fernsehers weniger als 30 DM ergibt, wird das Gerät entzogen. Die Menschen sind aber sehr einfallsreich und laden zu sich nach Hause viele Bekannte und Nachbarn ein, um zusammen fernzusehen. So kann das Geld zusammengelegt und den erforderlichen Mindestumsatz erreicht werden.