HÖRZU


Axel Springer beginnt im April 1945 mit der Herausgabe der Nordwetdeutschen Hefte. Diese sind jedoch keine Programmzeitschrift im heutigen Sinne, sondern bieten ab April 1946 zunächst den reinen Nachdruck von interessanten Radioreportagen, zumeist aus den Radio-Programmen des NWDR. 

 

Die Gründung

Im Dezember 1946 gründet Axel Springer dann die Hör zu! als Rundfunk-Programmzeitschrift (zunächst wird der Titel mit Ausrufungszeichen im Imperativ geschrieben). Die Druckauflage der anfänglich nur zwölfseitigen Zeitschrift ist auf 250.000 Exemplare beschränkt, der Preis beträgt 0,30 Reichsmark. Ab der zweiten Ausgabe trägt sie den offiziellen Eindruck erweckenden Untertitel Die Rundfunkzeitschrift des NWDR, obgleich die gesamte inhaltliche Konzeption (mit Ausnahme der vom Rundfunk zur Verfügung gestellten Programm-Informationen) und der Vertrieb der Zeitschrift völlig in den Händen des Verlegers Springer und seines Chefredakteurs Eduard Rhein liegen. Aus der einfachen Rundfunkzeitschrift Hörzu entsteht in den 1950er Jahren die größte bundesdeutsche Illustrierte mit zeitweise sogar vier Millionen Exemplaren (1962). Sehr erfolgreich sind die in der Zeitschrift veröffentlichten Romane, die auch viele Leser ohne Hörfunk oder Fernsehen zum Kauf veranlassen. Unter Rhein wird die Hörzu zu einer Art "Familienzeitschrift mit Programmanhang".

 

Wechsel des Chefredakteurs

Nach 18 Jahren als Chefredakteur gibt Eduard Rhein Anfang 1965 die Leitung an Hans Bluhm ab, als sich der erste große Auflageneinbruch bemerkbar macht (innerhalb weniger Monate verliert die Hörzu hauptsächlich durch neuartige Zeitungs-Supplements fast eine halbe Millionen Leser). Dem neuen Chefredakteur Bluhm gelingt es, die Auflage zu konsolidieren, indem er den Schwerpunkt der redaktionellen Arbeit wieder mehr auf dem Programmteil legt. 1979 bringt die der Springer-Verlag mit siehste eine speziell für Kinder konzipierte Programmzeitschrift (als Ableger der Hörzu) heraus. Die Hörzu ist heute die älteste noch erscheinende Programmzeitschrift Deutschlands und hat sich - trotz aller Krisen - als feste Größe unter den Printmedien mit Programminformation etabliert.

 

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